Jan Haupt – Eule #1
Das Bild zeigt eine kleine, stilisierte Eule, die auf einem Ast sitzt. Die Eule hat große, leuchtend türkisfarbene Augen, ein orangefarbenes Schnäbelchen und ein Federkleid in warmen Brauntönen mit violetten Akzenten an den Flügeln. Ihre „Ohren“ oder Federbüschel stehen spitz zur Seite, was ihr einen wachen, etwas neugierigen Ausdruck verleiht. Links im Bild ist ein schlichter, brauner Baumstamm angedeutet. Der Hintergrund ist nicht detailliert ausgearbeitet, sondern bleibt als helle, wolkige Aquarellfläche offen, wodurch die Figur der Eule besonders hervorsticht.
Maltechnik und Material:
Es handelt sich um eine Aquarellmalerei auf Papier. Die Farben wurden locker und mit sichtbarer Pinselstruktur aufgetragen, stellenweise wirken sie lasierend und ineinander verlaufend, an anderen Stellen deckender. Die Konturen sind nicht klar umrissen, sondern entstehen aus der Farbanordnung selbst. Die lockere, fast skizzenhafte Ausführung verleiht dem Bild Leichtigkeit und eine gewisse Verspieltheit.
Meine Idee dahinter:
Meine Großmutter hat ihr Leben lang Eulen gesammelt – kleine Figuren aus Holz, Keramik oder Metall, Bilder und Postkarten. Als ich dieses Motiv malte, wollte ich ihre Sammlung auf meine Weise fortsetzen. Keine detailgetreue Darstellung, sondern eine kleine Aquarell-Eule, so wie ich sie mir in einem heiteren Moment vorstelle: bunt, ein wenig schräg, mit großen Augen, die alles neugierig betrachten. Für mich sind Eulen sehende, nicht erklärende Wesen – sie nehmen wahr, ohne zu deuten, und genau dieses stille Wissen wollte ich in den Blick legen. Es ist mein persönlicher, leichter Gruß an eine Erinnerung, die mich bis heute begleitet.


Schreibe einen Kommentar